4. Advent, 19. Dezember 2004, 17 Uhr
Weihnachtsoratorium (Kantaten 1-3) von J.S.Bach
Vocalconsort Leipzig und Barock a.c.c.u.u.t,
Manja Stephan (Sopran)
David Erler (Altus)
Martin Krumbiegel (Tenor)
Cornelius Uhle (Baß)

Leitung: Gregor Meyer

Manja Stephan
Manja Stephan
In ihrer Geburtsstadt Zwickau erhielt Manja Stephan seit frühester Kindheit eine musikalische Ausbildung im Schwanenschloss Kinder- und Jugendchor sowie im Robert Schumann Konservatorium der Stadt Zwickau. Hier nahm sie Unterricht in den Fächern Violine und Klavier, sowie Gesang bei Kerstin Wünsch.
Manja Stephan studierte Schulmusik und Geschichte für das Lehramt an Mittelschulen an der Universität Leipzig und schloss es im Sommer 2003 erfolgreich mit dem 1. Staatsexamen ab.
Ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Künste in Bremen nahm sie im Oktober desselben Jahres auf. Hier studiert sie bei Prof. Harry van der Kamp in der Abteilung für Alte Musik und bei Susanne Schlegel in der klassischen Gesangsabteilung.
Zu ihrer regelmäßigen Ensemble- und Chortätigkeit sowie solistischen Aufgaben gehört u.a. die Mitwirkung bei Cantus Thuringia Weimar unter der Leitung von Prof. Bernhard Klapprott, die Mitwirkung beim Vokalensemble Köln unter Max Ciolek, sowie beim Thomasius Consort Leipzig.

Der Altus David Erler David Erlerstammt aus Auerbach/V. und erhielt seine erste musikalische Ausbildung u.a. am musischen Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau.
Nach Gesangsunterricht bei Katrin Kapplusch (Zwickau) studiert er seit Oktober 2000 Gesang an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater, zunächst bei Maria Jonas, seit Ende 2001 bei Marek Rzepka. Zudem absolvierte er Meisterkurse bei Andreas Scholl sowie Marius van Altena.
Neben seinem Studium ist er bereits ein gefragter Solist auf dem Gebiet der Alten Musik; so sang er unter anderem die großen Bach’schen Oratorien sowie verschiedene Solokantaten (z.B. Antonio Vivaldis „Stabat mater“ in der Berliner Staatsoper „Unter den Linden“). Er arbeitete mit Roland Wilson, Christine Schornsheim, Hans-Christoph Rademann, Gotthold Schwarz, Morten Schuldt-Jensen, The King’s Singers u.a., sammelte als Mitglied im Calmus Ensemble Leipzig sowie im Dresdner Kammerchor Erfahrung im Ensemblegesang und gastierte bei verschiedenen Festivals (Dresdner Musikfestspiele, Schleswig-Holstein-Musikfestival, MDR Musiksommer, Tage Alter Musik im Saarland u.a.).
Etliche CD- und Rundfunkproduktionen runden seine Gesangstätigkeit ab.
David Erler ist Träger der Glowatzky-Nadel des Freistaates Sachsen und Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung München.

Martin KrumbiegelMartin Krumbiegel wurde in Leipzig geboren und war Mitglied des Thomanerchores. Verpflichtungen als Konzert- und Oratoriensänger führten ihn unter anderem zum Leipziger Gewandhaus, in das Berliner Schauspielhaus, die Kölner Philharmonie sowie zu internationalen Musikfesten. Den Schwerpunkt seiner sängerischen Tätigkeit bilden Oratorien, Kantaten sowie andere vokalsolistische Gattungen des 17. und 18. Jahrhunderts. So wirkte er häufig bei Aufführungen des Leipziger Thomanerchores und des Dresdner Kreuzchores mit.

 

 

Cornelius UhleDer 1981 geborene Bariton Cornelius Uhle war Mitglied des Dresdner Kreuzchores und wurde dort mit ersten solistischen Partien betraut. 1999 war er Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Nach dem Abitur wurde er Mitglied des Dresdner Kammerchores und studiert seit 2002 Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden bei Frau Prof. Christiane Junghanns. Seine Konzerttätigkeit führt ihn immer wieder in den Oratorien- und Liedbereich. Größtes Interesse gilt allerdings auch der Auffürungspraxis alter- sowie zeitgenössischer Musik sodass er in diesen Bereichen die Zusammenarbeit mit verschiedenen Ensembles erweitern konnte. Er ist Stipendiat des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau und wirkte bei verschiedenen CD- und Rundfunkaufnahmen mit.

weihnachtsoratorium 021barock a.c.c.u.u.t. gründete sich 1995 in Leipzig aus einer Gruppe junger begeisterter Musiker, um Ihren Vorstellungen von Musik der Barockzeit, deren konzeptioneller und inhaltlicher Gestaltung auf historischen Instrumenten eine eigene individuelle Form zu geben.
a.c.c.u.u.t. - ursprünglich ein Anagramm der Vornamen  der Gründungsmitglieder, steht für eine junge, frische Interpretation der Werke, die den Staub der Jahrhunderte wegzublasen versucht - denn auch alte Musik war einmal zeitgenössisch und modern.
Das Ensemble orientiert sich vordergründig am deutschen und italienischen Repertoire des 17./18. Jahrhunderts, insbesondere der Leipziger und Thüringer Komponisten.
Dabei gehen sie neue Wege und entwickeln Programmformen, die eine Brücke zwischen dem musikalischen Erbe und zeitgenössischer Musik schlagen.
Das junge Ensemble gab zahlreiche Konzerte in ganz Deutschland sowie bei Festivals Alter Musik und war bei Sendungen des Senders mdr - Kultur präsent.
Mit der Verleihung des Titels „Rheinsberger Hofkapelle 2001“ durch die Bundesakademie Schloß Rheinsberg begann eine intensive Auseinandersetzung mit Musik aus der Zeit Friedrich des Großen, 2003 erschien als Ergebnis dieser Arbeit eine CD mit Werken von Johann Gottlieb Graun.2002 erspielt sich das Ensemble die Förderung durch die Yehudi-Menuhin-Stiftung“ Live music now“. Darüber hinaus verbindet barock a.c.c.u.u.t. eine enge Zusammenarbeit mit dem Magdeburger Kammerchor.
Das Ensemble arbeitet in verschiedenen Besetzungen - im kammermusikalischen Bereich bis hin zur Aufführung von Orchesterwerken.

vocalconsortDas Vocalconsort Leipzig gründete sich auf Initiative von Gregor Meyer, dem musikalischen Leiter im Herbst 1999. Seither finden sich wöchentlich 20 junge Leute, die das Singen und Musizieren zu ihrer gemeinsamen Leidenschaft gemacht haben, zu Proben und mittlerweile deutschlandweiten Konzerten zusammen. Alle Mitglieder des Ensembles studieren in unterschiedlichsten Bereichen an Hochschulen oder Universitäten Sachsens, Brandenburgs und Thüringens. Zum Repertoire des Ensembles gehört vor allem a-capella-Chormusik aus dem Barock und der Romantik. Beim Internationalen Robert-Schumann-Chorwettbewerb 2002 in Zwickau ging das Ensemble als Preisträger mit einem Goldenen Diplom hervor.
Zu erleben war und ist das Vocalconsort Leipzig unter anderem im Bautzener Dom, zum  Leipziger Bachfest, in Dresden (Kreuzkirche, Annenkirche), Hamburg (Michel) und den Klöstern Eberbach und Petersberg. Ferner bildete ein Höhepunkt des Schaffens eine Konzertreihe in Hessen. An drei aufeinander folgenden Tagen stellte das Ensemble im Bachjahr den berühmten Thomaskantor als Vokal- und Instrumentalkomponisten vor.
Im Dezember 2004 vereinen sich das Ensemble Barock a.c.c.u.u.t. und das Vocalconsort Leipzig zu Aufführungen des Weihnachtsoratoriums von Bach in Dresden, Zwickau und Cottbus.

Gregor Meyer
Gregor Meyer studiert seit 1998 Kirchenmusik in Leipzig. Zu seinen Lehrern gehören u. a. Arvid Gast, David Timm sowie Gewandhaus-Chorleiter Morten Schuldt-Jensen. Seit 1995 ist er Pianist beim Vokalensemble „Five Gentlemen“. Im Herbst 1999 gründete Gregor Meyer den Kammerchor „Vocalconsort Leipzig“. Beim internationalen Robert-Schumann-Chorwettbewerb 2002 erhielt er ein Chorleiterstipendium. Seine umfangreiche Konzerttätigkeit führte ihn bisher u. a. in die Leipziger Thomaskirche, die Dresdner Kreuzkirche, das Leipziger Gewandhaus, die Komische Oper und das Schauspielhaus Berlin, zum Rheingau- und Schleswig-Holstein-Festival und auf mehrere Auslandsreisen. Ferner gehören Rundfunk- und CD-Produktionen zu seinem Schaffen. Im Sommer 2004 stand er beim Mitteldeutschen Rundfunk für eine Fernsehdokumentation über Johann Sebastian Bach als Bach-Darsteller vor der Kamera.

Freudiger Klang in der Klosterkirche
Bachs Weihnachtsoratorium aufgeführt

Die Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium (Kantaten I - III) zum vierten Advent in der Klosterkirche gestaltete sich zu einem hörenswerten Musikerlebnis in der Vorweihnachtszeit.
Die Akteure – Vokalconsort Leipzig, Ensemble barock a.c.c.u.u.t. sowie Solisten – hatten sich unter Leitung von Gregor Meyer (27) zu einer „WO“-Konzerttournee vereinigt, die über Zwickau und Dresden nach Cottbus führte. Ein aufwändiges Unternehmen, das verdienten Beifall erhielt.
VON CHRIS SCHÖNFELD

Der deutschlandweit tätige Chor hatte, künstlerisch betrachtet, daran den größten Anteil. Nach formal frohem Einstieg „Jauchzet, frohlocket“ mit dem Herausstellen des höchsten Dienens; nach herzensreinen Chorälen in argloser Schlichtheit mit gelegentlichem Aufbäumen (gegen den Satan in Nr. 12) legten die 21 Chorsänger (Bach hatte noch weniger) so richtig los bei „Ehre sei Gott in der Höhe“ (Nr. 21), verloren sich dabei ein bisschen im „Frieden auf Erden“ aber fingen sich füglich im schwungvollen „Wohlgefallen“-Abschluss. Klasse!
Gewiss könnte man sich manch schöne Einzelheit des Bach-Werkes noch prägnanter herausgearbeitet vorstellen, zum Beispiel die herrlich transzendierende Modulation beim „Schweben im andern Leben“; immerhin kennt der studierte Kirchenmusiker und Chordirigent, der schon als Bach-Darsteller in einem MDR-Dokumentarfilm vor der Kamera stand, aufs Beste das geistige Umfeld des Leipziger Thomaskantors. Das junge Ensemble, 1999 von Meyer gegründet, hat jedoch Entwicklungsfähigkeiten, von denen  insgesamt noch viel mehr zu erwarten ist.
Die Solisten schlossen sich der sehr guten Chorleistung an. Monika Stephan, hauptsächlich Ensemble- und Chorsängerin, wusste sich auch solistisch im Duett (Nr. 29) mit Cornelius Uhle gegen den präsenten Bass achtbar zu behaupten. Letzterer gestaltete seine Partien sicher und gab einen  eher zurückgenommenen, gleichwohl klangvollen „Großen Herrn und starken König“. Der Altus David Erler ließ in der wunderlieblichen Zion-Arie sanftschönste Wangen prangen und hatte in Nr. 19 am Ende des langen Schlafe-Tones noch Luft für ein erhebendes Crescendo. Wunderbar! Den Evangelisten formte Martin Krumbiegel (Tenor) sprach- und koloraturensicher und hatte seinen besonderen Moment in der Arie „Hirten eilt, ach eilet“ im Zusammenwirken mit der anmutig wetteifernden Flöte. Ein freudig-froher Klang!
Ein solcher schallte denn auch im Finale, dem wiederholten Eingangschor des dritten Teiles, durch den Raum der Klosterkirche: „Herrscher des Himmels“. Dieser klangprächtigen
frohen Botschaft mit Pauken und Trompeten wollten sich die Zuhörer nicht entziehen und dankten dem jungen engagierten Ensemble mit nachhaltig anerkennendem Beifall.